Qigong und viel Zeit für Erfahrungsaustausch

2. Tagesseminar, am 22.11.2014 in Leipzig

Als Frau mit relativ „frischer“ MB-Diagnose (Oktober 2013) bin ich noch in der Orientierungsphase, was es alles für Möglichkeiten gibt, Spaß am Leben zu haben und etwas für Körper und Seele zu tun. Erste Kontakte mit der Leipziger Selbsthilfegruppe drehten sich natürlich erst mal um solche elementaren Dinge wie die Arztwahl, den Weg zur Rheumalotsin oder MB-Sportgruppe.

Da kam dann die Einladung des Frauennetzwerkes zum Kennenlernen für Qigong gerade recht, um sich auch mit den noch schöneren Seiten zu beschäftigen. Bisher wusste ich mit dieser Form gar nichts anzufangen, erinnerte mich nur an den Ausruf meines Mannes („Ach das sind doch diese Chinesen, die so komische Bewegungen auf der Wiese machen.“)

Am 22.11.2014 fand nun das 2. Tagesseminar im Leipziger Rheumazentrum statt. 21 Frauen aus ganz Sachsen trafen sich, um eine Einführung in Qigong zu erhalten, viele das erste Mal in diesem Rahmen.

Im hellen, ansprechend gestalteten Seminarraum kamen wir gleich zu Beginn völlig unkompliziert bei Kaffee und Tee ins Gespräch. Auf die Kursleiterin hat das sicherlich so gewirkt, als würde sich eine große Familie nach einiger Zeit wieder treffen und sich das Neueste erzählen. Die im Programm geplante kurze Begrüßung um 10.00 Uhr war dann auch nicht ganz so kurz. Die nächsten ca. 45 min hat uns Frau Dr. Grit Schöley (vom Qigong-Zentrum in Leipzig) in ihrem Vortrag mit grundlegenden Inhalten vertraut gemacht.

Was mir selbst in Erinnerung blieb ist vor allem, dass Qigong (ausgesprochen Tschi Gung):

  • eine Säule der traditionellen chinesichen Medizin darstellt,
  • es sich um langsame gleichförmige Bewegungen handelt,
  • zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit und Mobilisation beiträgt,
  • sich überall durchführen lässt (im Freien, im Raum, stehend oder sitzend)
  • eine Übungsfrage ist und Erfolge sich allmählich einstellen.

Nach einer kleinen Pause ging es dann an die praktische Umsetzung, wobei sich Frau Dr. Schöley vorher offenbar sehr gut mit der Bandbreite des Verlaufs von MB vertraut gemacht hatte. Sie erklärte und zeigte die Übungen gut, so dass jeder entsprechend seinen Möglichkeiten mitmachen konnte. Ich selbst fand es im Sitzen angenehm und hatte danach den Eindruck, ich bin tiefenentspannt und einmal von oben bis unten „durchgearbeitet“. Die Wirkungen auf jeden einzelnen hängen wohl auch vom jeweiligen Tageszustand ab. Neben der Gewinnung von Frische und Energie war es bei mir aufgrund der neuen Erfahrung eher eine gewisse wohlige Erschöpfung. Am Ende hat sie uns auch auf eine „innere Reise“ mitgenommen. Sie hat wohl etwas vorgelesen, wobei ich den genauen Inhalt gar nicht wiedergeben kann, weil ich fast eingeschlafen bin (und das will bei mir, ich bin recht lebhaft, schon etwas bedeuten …).

Alles in allem war das Seminar eine gute Erfahrung. Ich bin noch am Überlegen, ob ich das Angebot des Frauennetzwerkes für einen gemeinsamen MB-Präventionskurs im Jahr 2015 wahrnehme. Derzeit läuft gerade bei unserer Organisatorin Leonore Huber eine Umfrage dazu.

Und noch ein paar Anmerkungen zum Schluss: Ich war offen und neugierig für den Tag, habe positive Impulse erhalten, kannte vor Beginn nur die Organisatorin und jetzt ein paar Leute mehr (eine nette Dame wohnt gleich bei mir um die Ecke), war mit 46 Jahren weder die Jüngste noch die Älteste, habe kaum über MB gesprochen aber alle möglichen Stadien gesehen (und erkannt, das immer noch jede Menge geht), mich gut mit allen unterhalten und Köstliches gegessen (Jeder brachte entsprechend seinen Möglichkeiten etwas fürs gemeinsame Buffet mit).Ein gelungener Tag! Und sicher ist Qigong auch etwas für die Männer. Nach ein bisschen Suchen findet sich bestimmt auch in der Nähe ein Kurs. Das neue Jahr mit den üblichen guten Vorsätzen ist gerade erst losgegangen. Die Zeichen stehen also gut, um sich selbst etwas Gutes zu tun.

Sylvia Fechner, Leipzig

 

 

Qigong für die Gesundheit

In China wird Qigong zur Behandlung vieler Krankheiten eingesetzt. Dabei wirkt diese Methode, je jünger und beschwerdefreier frau ist. Qigong ist leicht erlernbar und stärkt vor allem die innere Zufriedenheit und das Wohlbefinden.

 

Die klassischen meditativen und bewegten Übungen können jederzeit, an jedem Ort und unabhängig von Alter und Konstitution praktiziert werden. Sie sind ideal:

  • um Leistungs-­ und Erholungsfähigkeit im Alltag und Beruf zu erhalten,
  • zur Linderung von Rücken-, Bein-, Nackenbeschwerden und Kopfschmerzen sowie
  • zur Regeneration vor, während, nach schweren körperlichen und mentalen Anstrengungen zur Vorbeugung stressbedingter Krankheiten (z.B. Erschöpfung, Spannungszustände).

 

Qigong hat den immensen Vorteil, dass es nebenwirkungsfrei ist und dem Übenden eine aktive Mitarbeit an seiner Gesundheit erlaubt. Langfristig integriert in den Alltag, fördert Qigong nachhaltig die Gelassenheit, verbessert auf unkompliziertem Weg den Bewegungsfluss und fördert die Wahrnehmung, das innere Gleichgewicht sowie das Bewusstsein für „die eigene Mitte“.
(Dr. Grit Schöley, Qigong-Zentrum Leipzig)

 

Inhalte bei dieser Veranstaltung:

  • Achtsamkeits-, Atem-, Wahrnehmungsschulung
  • Mobilisations- und Massagetechniken zum Wohlfühlen
  • langsame, gleichförmige und harmonische Ruhe- und Bewegungsübungen

 

Ablauf:

  • Einführungsvortrag zum Qigong mit Übungsbeispielen, mit Bezug auf die Wirkungen bei Morbus Bechterew (max. 45 min)
  • Übungen im Sitzen und Stehen (3x 45 min inkl. Minipausen).