Schmerzbewältigung

Tagesseminar am 07.11.2015 in Leipzig


Egal ob frisch diagnostiziert und/oder schon länger dazugehörig - MB zu haben heißt für die meisten u. a., mit ständig wechselnden Schmerzen klar zu kommen und dennoch den Anforderungen in Familie und Beruf, entsprechend den eigenen Vorstellungen, dennoch gerecht zu werden. Dies gelingt nicht immer, wohl jede von uns ist immer mal an einem Punkt, an dem wir trotz verschiedenster „Maßnahmen“ mit unserem Befinden unzufrieden sind. Dann stellen wir uns solche Fragen, wie z. B.: „Was mache ich falsch?“, oder auch „Wie schaffe ich es, dass meine Familie, Freunde usw. unter meinen Beschwerden nicht leiden?“, „Haben meine Mitmenschen mit ihren gut gemeinten Ratschlägen Recht?“, „Wie den bestehenden Teufelskreis durchbrechen, was ist Ursache, was Wirkung?“, „Wie kann ich Depressionen oder auch Burnout-Syndrom vermeiden?“ – Solche Fragen und ihre Beantwortung standen im Mittelpunkt dieses Tagesseminares.


Zum 4. Mal fand im Rheumazentrum Leipzig ein Tagesseminar statt, welches durch das Frauennetzwerk organisiert wurde. Da ich bereits an zwei der bisherigen Veranstaltungen teilgenommen habe und diese nicht nur als informativ, interessant, sondern auch als eine angenehme Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch erlebt habe, meldete ich mich auch für dieses Seminar an. Wir waren 14 Frauen, einige waren zum ersten Mal dabei.

Kurz nach 10.00 Uhr begrüßte uns Leonore Huber und bat darum, dass wir uns gegenseitig vorstellen. Ich war überrascht, dass fast alle der Teilnehmerinnen davon berichteten, einen langen Leidensweg bis zur Diagnosestellung hinter sich zu haben. Ich kannte dies zwar aus der Literatur, da bei mir jedoch die Diagnose innerhalb kurzer Zeit gestellt wurde, dachte ich, dass seien Mythen aus längst vergangenen Zeiten. Anscheinend hatte ich bei der Wahl meiner Orthopädin die richtige Entscheidung getroffen.

Den ersten Vortrag hielt Dr. med. Lukas Schwab zum Thema „Umgang mit chronischen Schmerzen und Depression“. Obwohl wir uns alle wahrscheinlich mit den Thema Schmerz und Schmerzentstehung gut auskennen, ist es ihm gelungen, diesen Vortrag sehr interessant und anschaulich zu gestalten. Er hat aufgezeigt, welche Auswirkungen chronischer Schmerz auf viele Bereiche unseres Lebens, auch auf das familiäre Umfeld hat. Weiterhin machte er deutlich, dass die Therapie auch darin bestehen kann, bisherige, unbewusst erlernte, Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Schmerz, neu zu überdenken. Das heißt, dass Schmerzbewältigung schon im Kopf beginnt.

Nach einer kurzen Bewegungssequenz mit Elementen aus dem Qigong und Yoga und einem leckeren Mittagessen, zu welchem wieder alle Teilnehmerinnen beigetragen haben, klärte uns Heidrun über die positiven Wirkungen von Lavendel auf. Dieser kann nicht nur äußerlich in Form von Tinkturen oder Ölen z.B. bei Haarausfall und Insektenstichen angewendet werden, auch eine innerliche Anwendung (Esslavendel!) z. B. als Tee bei Angst, Herzklopfen oder nervöser Erschöpfung ist möglich.

Den zweiten Vortrag hielt der Sportwissenschaftler Christian Leps zum Thema „Muskelentlastung mittels Kinesio-Taping“. Er begann mit einer kurzen theoretischen Einführung, danach demonstrierte er uns das Anlegen von Tapes an der Lenden- und Brustwirbelsäule. Bei einigen Teilnehmerinnen legte er Tapes an aktuellen Schmerzpunkten individuell an. Das Anlegen von Tapes erfordert ein klein bisschen Übung. Wenn man jedoch ein paar Grundsätze beachtet, ist es nicht schwer. Ich habe mir Tapes im Bereich der LWS und der Schulter zu Übungszwecken anlegen lassen. Die Wirkung kann ich leider nicht einschätzen, da ich zum Zeitpunkt des Seminars erfreulicherweise keine Schmerzen hatte. Auf der rechten Schulter hat meine Haut mit Juckreiz und nach Entfernung des Tapes mit einer leichten Rötung reagiert. Dies ist die einzig mögliche Nebenwirkung des Tapes, ansonsten ist es nebenwirkungsfrei. Eine andere Teilnehmerin berichtete nach einer Woche, dass ihr das bei ihr von Herrn Leps angelegte Tape ihr eine angenehme Linderung gebracht hat.

Abschließend kann ich sagen, dass es wieder ein gelungener Tag war. Alles war gut organisiert und vorbereitet. Vielen Dank an Leonore Huber.

Kathrin N., Gruppe Leipzig